Wie lange dauert eine depressive Episode?

Dauer einer depressiven Episode

Dauer einer Depression

Wenn man sich im Internet auf die Suche nach der Dauer einer depressiven Episode macht, trifft man auf unterschiedliche Angaben, die sich aber in einem ähnlichen zeitlichen Rahmen bewegen. Die meisten schreiben von einer Dauer von sechs bis acht Monaten einer durchschnittlichen depressiven Episode. Bei schwereren Verlaufsformen dauert es leider gerne auch mal zwei Jahre.

Dauer bei leichter und schwerer Verlaufsform

Leider unterscheidet sich der Verlauf einer Depression von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Meine erste Depression dauerte insgesamt zwei Jahre bis es wieder gut war. Wenn eine depressive Episode länger als zwei Jahre andauert und sich die Symptome oder Tiefs regelmäßig wiederholen spricht man auch von einer Dysthymie.

Ich hoffe, dass meine zweite depressive Episode, in der ich nun seit einem Jahr drin stecke, nicht länger als meine erste depressive Episode dauert. Mit Sicherheit lässt sich das leider nicht sagen. Bei manchen Menschen bleiben auch leichte depressive Symptome für immer bestehen.

Wer einmal an einer depressiven Episode erkrankt war hat zudem ein wesentlich erhöhtes Risiko an einer Angststörung zu erkranken. Das kann ich leider bestätigen. Beide meine depressiven Episoden haben mit Panikattacken angefangen, die leider auch weiterhin auftraten, bis die Depression erheblich leichter geworden war.

Was bedeutet das nun? Depressive Episoden dauern meist sechs bis acht Monate, können aber auch bis zu zwei Jahre dauern. Bei manchem Menschen kann es aber auch noch länger dauern. Die Wahrscheinlichkeit, wird aber mit zunehmender Dauer immer unwahrscheinlicher. Das heißt, man hat gute Chancen, dass es nach spätestens zwei Jahren vorbei ist.

Im Buch Psychische Erkrankungen anders behandeln(L) von William J. Walsh bin ich noch auf eine Infroamtion gestoßen, die für Dich interessant sein könnte: Mit Blutgruppe A dauert die Heilung der Depression 50% bis 100% länger als mit anderen Blutgruppen. Und wie es der Zufall will, habe ich selbst Blutgruppe A. Bisher war mir die Blutgruppe egal, jetzt weiß ich, dass das einen großen Einfluss haben kann.

Ich hoffe, und vertraue, darauf, dass das bei mir diesmal auch wieder so sein wird und es nach spätestens zwei Jahren gut sein wird. Ich werde auch weiter über den Verlauf meiner depressiven Episode berichten.

Wie sind Deine Erfahrungen mit der Dauer einer depressiven Episode oder einer Depression?

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13 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Stefan,

    ich hoffe es geht Dir wieder besser !!??
    Meine erste schwere Depression dauert nun 17 Monate und laesst mich an nichts mehr glauben. Vor allem wegen der koerperlichen Missempfindungen und den Schmerzen beim Wasserlassen. Ich habe auch Blutgruppe A. Habe ich hier zum ersten Mal vernommen, dass die Blutgruppe auch etwas aussagt.
    Ich klammere mich nun an die zwei Jahre fest und bete,dass es dann ueberstanden ist.

    • Hallo Jona,
      ja ich fand das auch unschön mit Blutgruppe A und der längeren Dauer der Depression. Davon hatte ich auch nur in dem genannten Buch gelesen, woanders hatte ich über diesen Zusammenhang bisher auch nichts gelesen, aber es war immerhin ein Arzt mit größeren Fallzahlen, der das so beschreibt. Das klingt jetzt vielleicht platt und zu einfach, aber ich habe mich immer daran festgehalten, dass ich einfach nur nicht aufgeben darf, niemals aufgeben. Durch meine erste Depression wusste ich ja bereits, dass es wieder perfekt gut werden kann, so als wäre ich nie krank gewesen. Denn nach der ersten Depression war es ja 10 Jahre lang wieder super.
      Liebe Grüße
      Stefab

  2. Hallo,
    Ich finde deinen Blog ganz interessant und möchte gerne auch meine Situation mit dir teilen. Ich bin 38 und leide seit meinem 19 Lebensjahr an immer wiederkehrenden depressiven Episoden, davon zwei intensive Episoden mit Klinikaufenthalten. Gegenwärtig befinde ich mich in eine schweren Phase, welche nunmehr bereits seit 10 Monaten mein Leben bestimmt. Zwei Klinikaufenthalte habe ich bereits hinter mir und ich habe auch schon zwischenzeitlich für 3 Monate wieder arbeiten können.
    Aber ich bin immer wieder abgerutscht. Vor einer Woche habe ich die klinik nach 11 Wochen verlassen. Es ging mir nicht blendend, aber eine Besserung gab es. Aber im Moment geht es mir wieder sehr schlecht und ich bekomme echt Angst, wie lange ich mich noch quälen muss. Medikamente nehme ich auch und das schon über mehrere Jahre. Nur leider wirkt eben nicht jedes Medikament und wenn es wirkt dann auch nicht dauerhaft, so meine erfahrungen. Ich weiss und habe ja auch oft erfahren, dass eine depressive Episode wieder vorbei geht, aber das schlimme ist ja, dass man es in der Depression eben nicht sehen und verstehen kann.
    Ich will einfach nur mein Leben zurück und im Moment habe ich noch Kraft zu kämpfen. Aber ich bin wirklich oft auch am verzweifeln. Abends geht es mir oft besser. Ist es bei euch auch so?

    Gute Besserung wünsche ich trotzdem.

    • Hallo Dirk,
      bitte entschuldige die späte Antwort, ich war in letzter Zeit leider nicht so aktiv auf dem Blog. Zuerst einmal wünsche ich Dir ganz viel Kraft und schicke Dir Mut, dass es wieder ganz gut wird. Ich kann Deinen Zustand sehr gut nachvollziehen. Ich konnte auch lange Zeit kein Licht am Horizont entdecken, aber das Licht kam letztendlich dann doch. Ich wusste immer eines, an dem ich mich festgehalten habe, als es ganz schlimm war: Ich darf nicht aufgeben. Egal was kommt, einfach nur nicht aufgeben. Ich wünsche Dir auch gute Besserung.
      Liebe Grüße, Stefan

  3. Hallo,
    Ich finde deinen Blog ganz interessant und möchte gerne auch meine Situation mit dir teilen. Ich bin 38 und leide seit meinem 19 Lebensjahr an immer wiederkehrenden depressiven Episoden, davon zwei intensive Episoden mit Klinikaufenthalten. Gegenwärtig befinde ich mich in eine schweren Phase, welche nunmehr bereits seit 10 Monaten mein Leben bestimmt. Zwei Klinikaufenthalte habe ich bereits hinter mir und ich habe auch schon zwischenzeitlich für 3 Monate wieder arbeiten können.
    Aber ich bin immer wieder abgerutscht. Vor einer Woche habe ich die klinik nach 11 Wochen verlassen. Es ging mir nicht blendend, aber eine Besserung gab es. Aber im Moment geht es mir wieder sehr schlecht und ich bekomme echt Angst, wie lange ich mich noch quälen muss. Medikamente nehme ich auch und das schon über mehrere Jahre. Nur leider wirkt eben nicht jedes Medikament und wenn es wirkt dann auch nicht dauerhaft, so meine erfahrungen. Ich weiss und habe ja auch oft erfahren, dass eine depressive Episode wieder vorbei geht, aber das schlimme ist ja, dass man es in der Depression eben nicht sehen und verstehen kann.
    Ich will einfach nur mein Leben zurück und im Moment habe ich noch Kraft zu kämpfen. Aber ich bin wirklich oft auch am verzweifeln. Abends geht es mir oft besser. Ist es bei euch auch so?

    Gute Besserung wünsche ich trotzdem.

  4. Hallo Stefan,

    kennst Du auch Menschen mit schweren depressiven Episoden die auch koerperliche Schmerzen hatten. Ich verzweifle an den urologischen Problemen beim Wasserlassen. Komme nicht aus der Episode raus. Nun mittlerweile 2 Jahre, Blutgruppe A, nehme auch nur hochdosiertes Johanniskraut ein, wirkt laut meiner Psychiaterin genauso gut. Habe wirklich jede Hoffnung bald aufgegeben. Gehen die koerperichen Symtome auch noch mal weg. Wie lange kann so eine Episode denn schlimmstenfalls dauern?? Ich hoffe Dir persoenlich geht es momentan wieder gut. Ansonsten alles Liebe und gute Besserung fuer Dich. Danke fuer Deinen Block. Er hat mir mehr Hoffnung gemacht als viele medizinischen Berichte.

  5. Hallo Stefan,

    ich war vor 7 Monate auf der suche nach körperlichen Symptomen konnte auf einmal nicht mehr schlafen keiner fand was heraus. Durch diverse Antidepressiva wurde es sogar noch schlimmer. Eine Klinik habe ich besucht leider nur 7 Tage ausgehalten. Jegliche Test sind gut und trotzdem habe ich ein ständiges Kopfdrücken, Müdigkeit, Antriebslosigkeit und noch vieles mehr. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Bei mir ist sie ganz weit unten:-(. Was kann ich noch tun?

    Lg Christiane

  6. Hallo Stefan und auch die Besucher dieser Seite,

    meine Depressionen sind so schwer, dass ich mich in diesem Moment frage, was für einen Sinn es hat hier einen Kommentar zu lassen. Ich hoffe trotzdem irgendwie, dass mein Kommentar doch noch Gehör findet.
    Mir geht es ähnlich mit den körperlichen Problemen. Ich fühle mich ständig müde. Ich habe entweder gar keinen Appetit oder so sehr, dass ich esse bis mir schlecht wird. Ich bin schon müde, wenn ich einfach nur im Supermarkt war. Ich bin nun schon seit 1,5 Jahren in Therapie. Ich habe den Eindruck, mit der Therapie ist es erst so richtig schlimm geworden.
    Meine erste schlimme depressive Phase hatte ich 2012 mit begleitender Suizidgefährdung. Und schon seit 1,5 Jahren meine 2. Phase. Diesmal fühlt es sich schlimmer denn je an. Ich habe die Hoffnung verloren, dass es mir jemals besser gehen wird. Ich war mitten im Studium, als es mich hart getroffen hat mit 24. Mittlweile werde ich bald 30, habe nicht zu Ende studieren können. Bin noch eingeschrieben und schäme mich so sehr, dass ich nichts geschafft habe. Mein 1. Therapeut hatte mir gesagt, ich sollte mich schämen, da ich nur so tun würde als würde ich studieren und nach außen hin die junge Frau spielen, die im Leben steht. Ich sollte mich dafür schämen, die Steuergelder der deutschen Bevölkerung so auszunutzen. Ich habe queer Beet geschrieben, es tut mir leid dafür. Ich habe Angst, Panikattacken Nachts…ich bilde mir sogar ein Jemand ist in meinem Zimmer und beobachtet mich. Ich weiß nicht ob ich jemals wieder ein normales Leben führen werde. Danke fürs Lesen. Ich wünsche allen hier viel Kraft.

  7. Hallo Stefan,
    ich weiß nicht ob ich hier richtig bin. Ich schreibe aus so einer Verzweiflung, die gibt’s nicht. Ich weiß du hast viel gelesen, vielleicht kannst du mir etwas antworten. Die Phase in welcher ich drin stecke dauert schon 1,5 Jahre und es wird schlimmer. Nur meine Psychiaterin weiß nicht was das ist. Die Symptome sind sehr seltsam und unterscheiden sich von einer normalen Depression. Ich bin bipolar seit 10 Jahren und hatte auch schon öfter Depressionen. Diesen Zustand habe ich zum ersten Mal. Ich verstehe nicht was mit mir geschieht im wahrsten Sinne des Wortes. Zu meinen Symptomen: ich fühle mich als ob mir jemand auf den Kopf gehauen hat und ich kann nicht zu mir kommen. Sehr stark benommen und benebelt, als ob ich unter irgendwelchen starken Drogen bin. Wenn ich laufe habe ich das Gefühl ich laufe auf Wellen ich Schaukel als ob ich auf einem Schiff wäre, der im Sturm ist. Ich War ewig im Krankenhaus habe Haufen Tabletten ausprobiert, die machen diesen Zustand noch schlimmer und ich bekomme sehr komische Nebenwirkungen, die keiner kennt. Ich habe mich sogar der EKT unterzogen und es ist schief gelaufen. Ich habe jetzt solche Zustände gekriegt, die ich mal nicht in Worte fassen kann. Als ob ich gar nicht da wäre oder als ob ich etwas wäre iirgendeine Materie. Es ist ein Horror. Das was ich Erlebe ist schlimmer als ein Alptraum. Ich Bitte dich sehr Stefan falls du eine Ahnung hast was es sein könnte, bitte schreib mir. Ich halte es nicht mehr aus. Körperlich wurde alles untersucht und alles ohne Befund.

    • Liebe Jelena,
      ich habe Dir eine Email geschrieben. Darin geht es ja weniger um die Zeitdauer Deiner Depression als Thema, weshalb die Antwort für diese Beitragsseite nicht so ganz wirklich relevant ist und Du von der Mail vermutlich mehr hast.

      Halte durch und alles Gute!

      Herzliche Grüße Stefan

  8. Guten Tag,
    ich schreibe hier aus einem anderen Grund. Mein 16 jähriger Sohn ist von einer mittelschweren Depression betroffen und ich weiss oft nicht, wie ich damit umgehen soll. Seit dem 14.12.2018, wo er versucht hat sich etwas anzutun, wissen wir Bescheid. Danach war er 3 Wochen in der geschlossenen und dann bis Anfang Mai in der Tagesklinik. Jetzt ist er zu hause , besucht unregelmässig die Schule und eigentlich habe ich den Eindruck, das es eher schlimmer wird als besser, seit er aus der Klinik raus ist.
    Hinzu kommt natürlich auch noch die Pupertät und all die Probleme, die damit zusammenhängen.
    Deswegen frisst aber auch langsam denRest der Familie auf, obwohl wir mit aller Kraft ihn unterstützen …

  9. Liebe Petra,

    die Pubertät ist alleine schon oft aufwühlend und anstrengend. Allerdings liegt darin noch eine zusätzliche Chance, dass die Depression wieder verschwindet wenn die Pubertät vorbei ist.

    Eine Tagesklinik ist gut um eine Tagesstruktur zu schaffen. Eine geregelte Tagesstruktur ist sehr wertvoll um eine Depression hinter sich lassen zu können und hat mir persönlich auch sehr gut getan.

    Ich habe feste Zeiten zu denen ich aufstehe, feste Zeiten für Frühstück, Mittag- und Abendessen sowie eine feste Zubettgehzeit. Das ist sehr hilfreich. Den ganzen Tag rumzugammeln ist auf jeden Fall kontraproduktiv. Deinen 16-jährigem Sohna davon zu überzeugen auch am Wochenende zu den gleichen Zeiten aufzustehen könnte evtl. aber nicht ganz einfach sein.

    Hat Dein Sohn einen Therapeuten? Das Wichtigste ist auf jeden Fall, dass er sich nicht nocheinmal etwas antun will. Gebt ihm das Gefühl, dass er so sein darf wie er ist und das er auch wertvoll und akzeptiert ist wenn es ihm so geht wie es ihm geht.

    Eine Depression ist für Angehörige auch oft sehr schwierig, man leidet zwangsläufig mit. Aber so nah ihr auch dran seit, ihr selbst könnt ihn nicht heilen. Dafür seit ihr viel zu nah dran und selbst involviert. Für die Behandlung ist ein guter Psychotherapeut sehr wichtig.

    Nehmt ihm aber auch nicht alles komplett ab. Unterstützung ist gut, aber wenn er sich selbst um gar nichts mehr kümmern muss dann bekommt er auch keinerlei Erfolgserlebnisse. Es ist allerdings auch schwierig da das richtige Maß zu finden was ihr ihm abnehmen wollt und was er selber machen soll.

    Was ihr selbst machen könnt ist ein Gefühl von Akzeptanz und Wertschätzung zu vermitteln auch wenn es ihm total schlecht geht. Und für eine gut geregelte Tagesstruktur und eine gute vollwertige Ernährung sorgen.

    Sonne und Natur tun auch noch gut.

    Gibt es Dinge, die Dein Sohn früher gerne gemacht hat? Probiert solche Dinge aus, die ihm früher Freude gemacht haben. Auch wenn es ihm jetzt gerade keine Freude macht, so wird doch irgendwann der erste Funken Freude wieder auftauchen. Und dann wird langsam wieder immer mehr Freude auftauchen.

    Wie lange seine Depression dauern wird kann man nicht genau vorhersagen. Aber was ich gesehen und bei anderen erlebt habe ist, dass in jüngeren Jahren eine Depression meistens schneller vorbei ist als wenn man schon älter ist.

    Holt Euch die Hilfe, die er braucht, aber das habt ihr wahrscheinlich eh schon getan. Ihr selbst könnt es nicht für ihn lösen. Aber kümmert Euch bitte auch um Euch selbst. Wenn es Euch dann irgendwann selbst auch noch total schlecht geht, dann ist für ihn damit auch nichts gewonnen.

    Steht diese schwierige Zeit durch. Es wird wieder gut werden.

    Herzliche Grüße
    Stefan

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