Ich habe vergessen meine Antidepressiva zu nehmen

vergessen Antidepressiva zu nehmen

Vergessen Antidepressiva zu nehmen

Wenn Du vergessen hast Deine Antidepressiva zu nehmen und unschöne Symptome auftauchen, solltest Du auf keinen Fall die doppelte Dosis Deiner Medikamente nehmen (also nicht die verpasste und die neue Dosis des Tages zusammen) sondern man nimmt wohl einfach Deine normale Tagesdosis gegebenenfalls etwas früher am Tag, falls notwendig. Und man macht ab da dann wieder ganz normal weiter. Die doppelte Dosis zu nehmen verschafft Dir keinen Vorteil, im Gegenteil, es kann Dir noch mehr Probleme bereiten wenn Du mit der verpassten Einnahme Deiner Antidepressiva dann das Doppelte nimmst. Also sei es am besten es einfach wieder ganz normal weiter nehmen.

Mir ist es vergangen Sonntagabend zum ersten Mal passiert, dass ich vergessen habe mein Antidpressivum einzunehmen. Ich hatte schlicht und einfach nicht daran gedacht und hatte leider aber auch gar nicht bemerkt, dass ich es vergessen hatte. Das war zunächst auch kein Problem, der Montag bei der Arbeit verlief ganz normal und es gab zunächst nichts Ungewöhnliches. Gegen 16:30 Uhr kan dann die Überraschung. Mein vergessenes Antidepressivum führte tatsächlich schon nach einem Tag zu Problemen. Ich bekam Angst und war am Rande einer Panikattacke. Es war schon fast Feierabend aber ich fühlte mich zu nervös um selber mit meinem Auto nach Hause zu fahren. Denn beim Auto fahren hatte ich früher schon mal eine Panikattacke. Also rief ich meine Freundin an und bat sie mich von der Arbeit abzuholen.

Medizin ganz normal weiter nehmen

Ich nahm dann gleich meine Medizin, die ich normalerweise immer erst spät abends nehme und kurz darauf war auch alles wieder gut. Es hat mich ganz schön überrascht, das bereits ein Tag ohne Medikamente solch starke Auswirkungen hat. Aber Antidepressiva soll man ja normalerweise auch ausschleichen und nicht von heute auf morgen mal vergessen.

Seit diesem Vorfall gestern, habe ich die Befürchtung und Vermutung, dass es mir doch noch nicht so gut geht wie ich eigentlich dachte. Scheinbar trägt die Medizin mehr zu meinem Wohlbefinden bei als ich vermutet hatte. Und das obwohl es mir doch insgesamt schon viel besser geht. Naja, das wird sich jetzt wahrscheinlich schlecht herausfinden lassen ob das ein Entzugssymptom oder meine zugrunde liegende Depression war. Ich hoffe, dass die Verbesserung meines Zustands einfach weiter anhält.

Update: Ich hatte neulich wieder einmal vergessen mein Medikament zu nehmen. Es war nicht mehr so schlimm wie beim letzten mal, aber ich habe es dennoch bemerkt. Aber schön zu wissen, dass die Reaktion schon nicht mehr so stark ausfällt.

Hast Du auch schon einmal vergessen, Deine Antidepressiva einzunehmen? Wie ging es Dir damit?

 

 

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo!

    Hast du mal in die Fachinfo zum Medikament geschaut? Lässt sich problemlos Googeln. Dann wirst du feststellen, dass Absetzsymptome wbereits bei einer vergessenen Dosis auftreten können. Häufiger wird dies bei ADs mit kurzer Halbwertzeit berichtet, Paroxetin, Venlafaxin, aber auch bei anderen.

    Für mich scheint es eher ein Zeichen, dass du sensibel auf Dosisschwankungen reagierst und dich bei einem potentiellen Reduzierungswunsch über sehr langsame Methoden informieren solltest.

    Alles Gute!

    • Vielen Dank für Deinen Hinweis. Ein Freund von mir musste auch sehr langsam ausschleichen um die Symptome möglichst zu reduzieren. Ich fürchte mich ein bisschen davor. Bis ich soweit bin, mit dem Ausschleichen anzufangen, dauert es wahrscheinlich noch eine Weile.

  2. Hi Stefan,

    auch, wenn das Thema schon ein Jahr her ist:
    Für das Ausschleichen solltest Du Dir – in Absprache mit Deinem Arzt – ein paar Monate(!) vornehmen, je nachdem, bei welchem Medikament und von welcher Dosierung aus.

    Ich war beim Fluoxetin in der Spitze auf 40 mg. Als es mir damit gut genug ging, war ich bestimmt für ein Jahr oder so erst auf 30. Von April 2016 bis Dezember 2016 dann 20. Von Januar 2017 bis April 2017 schließlich 10. Ab April 2017 weg.

    Bei jedem Schritt nach unten kamen nach 1-2 Tagen Zweifel, Ängste und Symptome hoch, so daß ich nach 1-2 Wochen Bedenken bekam und kurz wieder hoch auf die alte Dosis bin. Sobald sich das dann aber ein paar Tage später wiederum stabilisiert hatte und ich mich mit meinem Therapeuten und anderen ausgetauscht hatte, siegte immer die Überzeugung, daß es wahrscheinlich mehr ein psychosomatischer Nocebo-Effekt (der Glaube daran, daß die niedrigere Dosis nicht ausreichen würde) war als ein tatsächliches Nicht-Wirken. Und siehe da: Wenn ich dann wieder runter bin auf die neue Stufe, ging es 🙂

    Ich habe in einem Forum auch mal von der Empfehlung gelesen, jeweils alle 4-6 Wochen oder so die Dosierung um je 10% abzusenken, also noch viel langsamer und schonender. Stelle ich mir zwar bei den vorgespalteten Tabletten in 10er-mg-Dosierungen etwas schwierig vor, aber auch dafür soll es Möglichkeiten geben.

    In jedem Fall erfordert es einfach sehr viel Geduld, auch hier, wie bei allem, was mit Depressionen und Ängsten zu tun hat.
    Und Du solltest in beide Richtungen von vorneherein offen sein:
    Wenn die Runterstufung nicht klappt, lieber wieder eine Stufe hochgehen, weitersehen und zu einem späteren Zeitpunkt einen neuen Versuch unternehmen.
    Umgekehrt aber auch im Ziel des Absenkens und endgültigen Absetzens nicht locker lassen, sondern es immer mal wieder versuchen.

    Achtung: Ein permanentes Hoch-Runter-Hoch-Runter alle paar Tage oder auch im Abstand weniger Wochen ist damit nicht gemeint! Es kommt in jedem Fall auf eine gewisse Kontinuität an, damit sich die Spiegel anpassen können und nicht immer wieder durcheinander geraten. Denn egal, ob das Medikament jetzt wirklich (positiv) wirkt und wie stark (5%, 20%, 80%) – irgendeine Form von Wirkung haben sie alle auf jeden Fall, und die ist spätestens dann negativ, wenn man damit beliebig herumexperimentiert 🙂

    Zuguterletzt solltest Du auch darauf vorbereitet sein, daß es selbst nach dem Ausschleichen passieren kann, daß Du das Medikament (oder ein anderes) irgendwann wieder nehmen mußt… Ich war jetzt vier Monate „clean“, aber die neuerliche depressive Schlitterfahrt verunsichert mich doch dermaßen, daß ich nun – in Absprache mit meinem Arzt – mit 10 und 20 mg wieder langsam einschleiche. Lieber halbwegs gut oder sogar besser MIT Medikament, als immer wieder und häufiger am Abgrund OHNE 😉

    LG,
    Alex

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