Safran bei Depression – Studien und Erfahrung

Safran bei Depression

Safran bei Depressionen

Bei meinen Recherchen zu natürlichen Mitteln, mit denen Depressionen potentiell behandelt werden können, bin ich auch auf Safran gestoßen. Da ich natürlichen Mitteln gerne den Vorzug vor Chemie gebe, musste ich Safran natürlich auch selbst ausprobieren. Im englischsprachigen Raum gibt es zur Verwendung von Safran bei der Behandlung von Depressionen erfreulicherweise eine ganze Reihe von Studien. Zunächst nun die Studienergebnisse und danach meine persönliche Erfahrung mit Safran bei Depression.

Sicherheitshinweise zu Safran!

Lese bitte zuerst den gesamten Artikel bevor Du Dir Safran kaufst oder Safran nimmst. Eine Überdosierung mit Safran kann tödlich enden. Nicht umsonst wird Safran im Orient auch als der lachende Tod bezeichnet, da eine Überdosis zuerst zu einer überdrehten Freude und Lachanfällen führt, bevor man daran stirbt. Bewahre Safran außerhalb der Reichweite von Kindern auf! Safran ist auf jeden Fall auch in der Schwangerschaft zu vermeiden. Wenn Du Blut verdünnende Medikamente nimmst, ist Safran wahrscheinlich nicht für Dich geeignet, da Safran eine Blut verdünnende Wirkung haben soll. Sprich auf jeden Fall zuerst mit Deinem Arzt bevor Du Safran einnimmst. Es gilt darüber hinaus als riskant für einen Zeitraum von mehr als acht Wochen die doppelte Dosis der empfohlenen Menge einzunehmen (die doppelte Dosis wären 60 Milligram pro Tag). Als dauerhaft sicher zur Langzeiteinnahme werden Dosierungen von zwei mal 15 Milligram pro Tag angesehen. (6)

Geschichtliche Verwendung von Safran bei Depressionen

Historisch wurde Safran in der traditionellen persischen Medizin gegen Depressionen eingesetzt, damals gab es aber noch keine wissenschaftlichen Studien. Dieser frühe Gebrauch von Safran führte aber dazu, dass die moderne Wissenschaft den Nutzen von Safran genauer betrachtete.

Das sagen wissenschaftliche Studien zur Verwendung von Safran bei Depression

Zwei Studien, die sich mit der Behandlung mit Safran bei leichten und mittleren Depressionen beschäftigten, kamen zu dem Ergebnis, dass Safran genauso wirksam sein kann wie bestimmte Antidepressiva ohne dabei dieselben Nebenwirkungen zu haben. (1,2)
Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass Safran als Zugabe zu klassischen Antidepressiva, die oft sexuell einschränkende Wirkung der Antidepressiva reduziert. (3)
In einer kontrollierten Doppelblindstudie wurde Probanden einer Gruppe mit schwerer Depression über einen Zeitraum von sechs Wochen zwei mal täglich 30mg Safran verabreicht, während die andere Gruppe Placebos erhielt. Nachs sechs Wochen zeigten die Probanden der Safran Gruppe bessere Ergebnisse als die Placebo Gruppe, was zu der Aussage führte, dass Safran eine Wirksamkeit bei der Behandlung von leichten und mittleren Depressionen zeigt. (4)
Eine Meta-Studie aus dem Jahr 2013, die fünfach kontrolliert randomisiert durchgeführt wurde, kommt sogar zu dem Ergebnis, das Safran einen „starken Effekt“ im Vergleich zu einem Placebo hat. (5)
Eine weitere Meta-Studie, die 6 klinische Studien berücksichtigte, schreibt Safran im Vergleich zu einem Placebo einen starken Effekt zu. Die selbe Studie kommt zu dem Schluß, dass Safran im Vergleich zu einem klassischen Antidepressivum in etwa den selben Effekt hatte. (5)

Mein Selbstversuch mit Safran

Ich hatte mir zuerst 5 Gramm Safran von Azafran(L) bestellt, da der Preis und die Qualität laut zahlreicher Kundenrezensionen sehr gut sein soll. Ich erhielt ein Tütchen mit einem Gemenge dunkelroter Safranfäden. Ich habe diese dann zur einfacheren Entnahme in ein kleines Gläschen umgefüllt. Die Wahl von Azafran habe ich nicht bereut, deren Safran ist wirklich sehr hochwertig. Im lokalen Supermarkt hier vor Ort, hätte ich für 5 Gramm Safran insgesamt 149 € bezahlen müssen. Das ist ein wirklich immenser Preisunterschied!

In Studien wurden zwei mal täglich 15 bis 30 Milligramm Safran verwendet ( 2 x 15 Milligram gelten als ungefährlich). Aber wie dosiert man Safranfäden in Milligramm? Ich habe zwar eine Feinwaage zuhause, aber die ist nur auf das Zehntel Gramm genau und hat dazu noch eine Varianz von bis zu drei Zehntel Gramm. Ich habe dann einfach jeden Morgen zum Frühstück einen halben Safranfaden genommen und das über einen Zeitraum von sechs Wochen beibehalten.

Mein Fazit zu Safran bei Depressionen

Mehrere Studien sagen Safran eine Wirkung vergleichbar mit Imipramin oder Prozac nach und Safran soll auf jeden Fall besser wirken als ein Placebo. Der Effekt, den ich wahrnehmen konnte war etwas geringer als bei meinem Selbstversuch mit Omega 3, den Du hier nachlesen kannst. Aber insgesamt war auf jeden Fall ein kleiner Effekt spürbar. Ich würde Safran auf meiner persönlichen Bestenliste auf Platz 6 oder 7 einordnen. Safran hatte für mich nicht den durchschlagenden Erfolg, weshalb ich es nach einiger Zeit nicht weiter genommen habe. Wahrscheinlich war ich mit Safran einfach nur zu übervorsichtig, sodass ich keinen wirklich großen Effekt spürte. Bei einem Gewürz, dass in Überdosierung potentiell tödlich ist, war mir übervorsichtig zu sein aber auf jeden Fall lieber als zuviel davon zu nehmen.

Soviel zu den Studienergebnissen und meiner persönlichen Erfahrung mit Safran bei Depression. Bitte beachte, dass Depressionen sehr individuell sein können und meine Erfahrungen sich nicht unbedingt mit Deinen Erfahrungen decken müssen.

Noch ein wichtiger Hinweis: Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine gesunde und ausgewogene Lebensweise. Sprich mit Deinem Arzt bevor Du damit beginnst Nahrungsergänzungsmittel zu nehmen. Beachte unbedingt auch die Hinweise, die auf den Verpackungen Deiner Nahrungsergänzungsmittel angegeben sind. Safran ist zwar ein Gewürz und kein Nahrungsergänzungsmittel im eigentlichen Sinne, aber wenn man Safran quasi als Nahrungsergänzungsmittel anstatt als Gewürz anwendet, möchte ich diesen Hinweis hier vorsichtshalber trotzdem mitgeben.

Du hast selbst schon Erfahrungen mit Safran gemacht? Ich freue mich über Kommentare zum Artikel.

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Literatur und berücksichtigte Studien:

  1. Akhondzadeh S, Fallah-Pour H, Afkham K, et al. Comparison of Crocus sativus L. and imipramine in the treatment of mild to moderate depression: a pilot, double-blind randomized trial. BCM Comp Altern Med. 2004;4:12.
  2. Noorbala AA, Akhondzadeh S, Tahmacebi-Pour N, Jamshidi AH. Hydroalcoholic extract of Crocus sativus L. versus fluoxetine in the treatment of mild to moderate depression: a double-blind, randomized pilot trial. J Ethnopharmacol. 2005;97:281-4.
  3. Modabbernia A, Sohrabi H, Nasehi AA, et al. Effect of saffron on fluoxetine-induced sexual impairment in men: randomized double-blind placebo-controlled trial. Psychopharmacology (Berl). 2012;223(4):381-8.
  4. Akhondzadeh S, Tahmecebi-Pour N, Noorbala AA, et al. Crocus sativus L. in the treatment of mild to moderate depression: a double-blind, randomized and placebo-controlled trial. Phytother Res. 2005;19:148-51.
  5. Hasenblas, Saha, Dubyak, Anton. Saffron (Crocus sativus L.) and major depressive disorder: a meta-analysis of randomized clinical trials. J Integr Med. 2013 Nov;11(6):377-83.
  6. Crocus sativus is a stemless flower commonly known as saffron and used as a spice. Low dose supplementation appears to confer antidepressive properties. Examine.com

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