Omega 3 Fischöl bei Depression – Studien und Erfahrung mit EPA und DHA

Omega 3 Fischöl

Omega 3 bei Depressionen

Ich bin das erste Mal in zwei Büchern über Depressionen auf die Idee gestoßen, Omega 3 Fischöl gegen Depressionen zu nehmen. Das erste Buch, Die Neue Medizin der Emotionen(L), behandelte die Ergebnisse der Wirksamkeit von Omega 3 laut verschiedener wissenschaftlicher Studien und das zweite Buch, Depressionen sind heilbar(L), beschreibt auf welche Aspekte man bei der Qualität des Omega 3 und der Dosierung achten sollte.

So bin ich mit Omega 3 in Berührung gekommen und wollte noch mehr darüber wissen und habe deshalb den Aufwand betrieben eine Reihe von Studien dazu zu lesen. Das sind die Ergebnisse:

Was Studien zu Omega 3 bei Depression sagen:

Die Studienlage zur Wirkung von Omega 3 Fischöl ist insofern positiv, dass es sich als wirksamer als ein Placebo gegen Depressionen herausgestellt hat. Verschiedene Studien haben herausgefunden, dass die Omega 3 Variante EPA (Eicosapentaensäure) gegen Depressionen hilfreicher sein soll als die Variante DHA (Docosahexaensäure). Zuviel DHA soll die positive Wirkung des EPA reduzieren oder sogar ganz aufheben. Mehrere Studien kommen zu dem Ergebnis, dass entsprechende Omega 3 Fischölprodukte, die man gegen Depressionen einnimmt, mindestens einen Anteil von 60% EPA oder besser noch mehr haben sollte.

Die meisten Studien behandeln Omega 3 nicht als alleinige Medikamentierung gegen Depressionen, sondern in den meisten Fällen wurde Omega 3 als Dreingabe/Zusatz zu klassischen Antidepressiva getestet. Bei diesen Tests hat Omega 3 jedoch recht gut abgeschnitten.

In den meisten Studien wurde den Probanden dabei eine Menge zwischen 1 und 6,6 Gramm Omega 3 pro Tag verabreicht. Ein Gramm Omega 3 gilt dabei laut einzelner Studien als Mindestmenge um eine Wirksamkeit gegen Depressionen erzielen zu können.

Mein Selbstversuch:

Für meinen Selbstversuch habe ich daher ein Gramm Omega 3 pro Tag verwendet, und zwar als Dreingabe zu einem klassischen Antidepressivum. Von allen Dingen, die ich gegen meine Depression ausprobiert hatte, würde ich Omega 3 heute auf Platz 3 setzen.

Ich hatte zunächst mit einem molekular filtrierten Omega 3 angefangen, da ich unbedingt eine Belastung durch Schwermetalle vermeiden wollte. Molekular filtriertes Omega 3 soll am wenigsten von Verunreinigungen betroffen sein. Dieses nahm ich dann für ca. sechs Monate, bis ich durch Zufall auf ein anderes Omega 3 gestoßen bin, das mir einen noch hochwertigeren und qualitativ noch besseren Eindruck machte. Dieses nehme ich heute immer noch, und werde das sicher auch noch einige Zeit lang weiter nehmen. Weiter unten findest Du die beiden Produkte, die mir persönlich bezüglich Reinheit und Qualität am besten gefallen hatten.

Etwa einen Monat nachdem ich mit der Omega 3 Einnahme begonnen hatte, konnte ich eines meiner beiden Antidepressiva absetzen. Das würde ich aber nicht ganz alleine dem Fischöl zuschreiben, da ich noch mehrere Sachen gegen meine Depression ausprobiert hatte. Mehr dazu kannst Du in meinen anderen Artikeln lesen.

Da sich die Hirnchemie nicht so schnell von heute auf morgen verändert, sollte man es mindestens ein bis zwei Monate nehmen um den Effekt beurteilen zu können. Aber das kennst Du sicher schon, falls Du bereits ein Medikament bekommst.

Bevor Du selbst einen Versuch mit Omega 3 bei Depression machen willst, solltest Du auf jeden Fall mit Deinem behandelnden Arzt darüber sprechen. Auch ich habe alle Sachen, die ich gegen meine Depression ausprobiert habe, zuerst immer mit meinem Arzt besprochen.

Mein Fazit:

Insgesamt würde ich meinen Omega 3 Selbstversuch als sehr positiv bewerten und nehme bis heute mit gutem Gefühl weiterhin Omega 3, da ich daran glaube, dass es mir immer noch hilft. Als unterstützendes Element bei einer Behandlung mit klassischen Antidepressiva hat sich Omega 3 in Studien als wertvoll erwiesen.

Was ich genommen habe bzw. nehme:

Ich hatte am Anfang dieses molekular filtrierte Omega 3(L) genommen, bin aber später auf Pharmepa Restore(L) umgestiegen, das nur EPA und gar kein DHA enthält. Im Grunde genommen dürfte aber jedes Omega 3 brauchbar sein, das mehr EPA als DHA enthält. Mir war es aber wichtig möglichst schadstofffreies Omega 3 zu bekommen.

Alternativen zu Omega 3 Fischöl Kapseln:

Als alternative Omega 3 Lieferanten gelten außerdem Leinöl und natürlich Fisch. Beim Leinöl als vegetarische Alternative würde ich auf eine gute native und kaltgepresste Qualität(L) achten. Fische, die in kaltem Wasser leben, gelten als bessere Omega 3 Quelle als Warmwasserfische. Allerdings dürfte es schwierig werden mit dem Konsum von Fisch die in den Studien verwendete Mindestmenge von 1 Gramm Omega 3 pro Tag zu erreichen.

Noch ein wichtiger Hinweis: Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine gesunde und ausgewogene Lebensweise. Sprich mit Deinem Arzt bevor Du damit beginnst Nahrungsergänzungsmittel zu nehmen. Beachte unbedingt auch die Hinweise, die auf den Verpackungen Deiner Nahrungsergänzungsmittel angegeben sind.

Soviel zu den Studienergebnissen und meiner persönlichen Erfahrung mit Omega 3. Bitte beachte, dass Depressionen sehr individuell sein können und meine Erfahrungen sich nicht unbedingt mit Deinen Erfahrungen decken müssen.

Du hast Fragen oder selbst Erfahrung mit Omega 3 bei Depressionen? Dann würde ich mich sehr über einen Kommentar von Dir freuen.

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Literatur und berücksichtigte Studien:

  1. Nemets, B., et al., Addition of omega-3 fatty acid to maintenance medication treatment for recurrent unipolar depressive disorder. Am. J. Psychiatry 159 (2002) 477 – 479.
  2. Peet, M., Horrobin, D. F., A dose-ranging study of the effects of ethyl-eicosapentaenoate in patients with ongoing depression despite apparently adequate treatment with standard drugs. Arch. Gen. Psychiatry 59 (2002) 913 – 919.
  3. Su, K. P., et al., Omega-3 fatty acids in major depressive disorder. A preliminary double-blind, placebo-controlled trial. Eur. Neuropsychopharmacol. 13 (2003) 267 – 271.
  4. Covault, J., et al., Association of a long-chain fatty acid-CoA ligase 4 gene polymorphism with depression and with enhanced niacin-induced dermal erythema. Am. J. Med. Genet. 127 (2004) 42 – 47.
  5. Peet, M., et al., Depletion of omega-3 fatty acid levels in red blood cell membranes of depressive patients. Biol. Psychiatry 43 (1998) 315 – 319.
  6. Makrides, M., et al., Docosahexaenoic acid and post-partum depression – is there a link? Asia. Pac. J. Clin. Nutr. 12, Suppl. (2003) 37.
  7. Stoll, A. L., et al., Omega 3 fatty acids in bipolar disorder: a preliminary double-blind, placebo-controlled trial. Arch. Gen. Psychiatry. 56 (1999) 407 – 412.
  8. Marangell, L. B., et al., A double-blind, placebo-controlled study of the omega-3 fatty acid docosahexaenoic acid in the treatment of major depression. Am. J. Psychiatry 160 (2003) 996 – 998.
  9. Hoffmire, C.A., et al., „Associations between omega-3 poly-unsaturated fatty acids from fish consumption and severity of depressive symptoms: an analysis of the 2005-2008 National Health and Nutrition Examination Survey“, Prostaglandins Leukot Essent Fatty Acids, 2012 Apr, 86 (4-5), S. 155 – 60.
  10. Martins, J. G., „EPA but not DHA appears to be responsible for the efficacy of omega-3 long chain polyunsaturated fatty acid supplementation in depression: evidence from a meta-analysis of randomized controlled trials“ J Am Coll Nutr, 2009 Oct, 28 (5), S. 525 – 42
  11. Sublette, M. E., et al., „Meta-analysis of the effects of eicosapentaenoic acid (EPA) in clinical trials in depression“, J Clin Psychiatry, 2011 Dec, 72 (12), S. 1577 – 84
  12. Hoffmire, C. A., et al., „Associations between omega-3 poly-unsaturated fatty acids from fish consumption and severity of depressive symptoms: an analysis of the 2005-2008 National Health and Nutrition Examination Survey“, Prostaglandins Leukot Essent Fatty Acids, 2012 Apr, 86 (4-5), S. 155 – 60.
  13. Chalon, Delion-Vancassel et al. 1998, „Dietary fish oil affects monoaminergic neurotransmission and behavior in rats“, J Nutr 128: 2512-2519.
  14. Maes, Smith et al. 1996, “Fatty acid composition in major depression”, Journal of Affective Disorders, 1996; 38: 35-46.
  15. Maes, M. and R.S. Smith, “Fatty acids, cytokines, and major depression”, Biological Psychiatry, 1998; 43: 313-14.
  16. Peet, Murphy et al. 1998, „Depletion of omega-3 fatty acid levels in red blood cell membranes of depressive patients“, Biological Psychiatry 43(5): 315-319.
  17. Adams, Lawson et al. 1996, „Arachidonic acid to eicosapentaenoic acid ratio in blood correlates positively with clinical symptoms of depression“, Lipids 31:S157-S161 (1996).
  18. Edwards, Peet et al. 1998, “Omega-3 polyunsaturated fatty acid levels in the diet and in red blood cell membranes of depressed patients”, Journal of affective disorders, 1998 Mar;48(2-3):149-55.
  19. Nemets, Stahl et al. 2002, „Addition of Omega-3 fatty acid to maintenance medication treatment for recurrent unipolar depressive disorder.“ American Journal of Psychiatry, Mar;159(3):477-9
  20. Stoll, Severus et al. 1999, „Omega-3 fatty acids in bipolar depression: A preliminary double-blind placebo-controlled trial“, Arch Gen Psychiatry 56:407-412
  21. Zanarini, Frankenburg 2003, ’Omega-3 Fatty Acid Treatment of Women With Borderline Personality Disorder: A Double-Blind, Placebo-Controlled Pilot Study.’’. Am J Psychiatry, 2003; 160:167–169

8 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Lieber Stefan!

    Vielen Dank für deinen interessanten Artikel! Ich hoffe die positiven Wirkungen von Omega-3-Fettsäuren (in deinem Fall vor Allem in Bezug auf EPA) haben nicht nachgelassen! Konntest du durch die Einnahme der Präparate sonst auch noch Auswirkungen auf deinen Körper feststellen? Und nimmst du noch immer ausschließlich „PharmEPA Restore“, oder hast du mittlerweile andere Produkte getestet, beziehungsweise bist gar auf ein anderes Produkt umgestiegen? Würde mich sehr über eine Rückmeldung freuen!

    Liebe Grüße

    • Hallo Lukas,
      bisher ist Pharmepa das für mich beste Omega 3, das ich ausprobiert hatte und ich bleibe erstmal auch dabei, solange bis ich vielleicht sogar etwas noch besseres finde. Da ich aber ausgiebig recherchiert und ausprobiert habe, rechne ich im Moment nicht mit einem noch besseren Produkt. Vielleicht mal in der Zukunft. Mir persönlich geht es nur um den antidepressiven Effekt. Die anderen positiven Wirkungen, die Omega 3 z.B. auf das Herz haben soll, sind mir erstmal reichlich egal. Langfristig mag das schön und toll sein, wenn Omega 3 das Herz schützt, aber bei einer Depression sind die Prioritäten eben ganz anders gesetzt.
      Viele Grüße, Stefan

  2. Hallo,
    hilft das Omega 3 Pharmepa auch gegen Ängste ?
    Und wo bekomme ich das Pharmepa?

    Liebe Grüße
    Manuela

    • Hallo Manuela,
      gegen Ängste hat mir das Omega 3 nicht geholfen, ich glaube auch nicht, dass es direkt gegen Ängste wirkt, eine solche Wirkung wurde in den Studien auch nicht beschrieben. Mir hatten in der schlimmsten Zeit basische Bäder recht gut gegen Angstzustände und Panikattacken geholfen. Lies Dir mal den Artikel über basische Bäder durch, ob das vielleicht was für Dich wäre. Das PharmEPA bekommst Du ganz normal bei Amazon, dann musst Du es nicht direkt in England bestellen. Liebe Grüße, Stefan

  3. Hey Stefan,

    danke für den ausführlichen Artikel. Ich muss gestehen, dass es mir neu ist, dass Fischöl Kapseln auch gegen Depressionen helfen können. Ich bin gespannt, wie es sich in Zukunft und langfristig auf deine seelische Gesundheit auswirkt und würde mich freuen, wenn Du noch weiterhin darüber berichten würdest.

    Liebe Grüße,

    Nick.

    • Hi Nick,
      ja, ich war auch erst über die Studien darauf gestossen, dass Omega 3 bei Depressionen nützlich sein kann. Ich werde den Artikel in nächster Zeit mal auf den aktuellen Stand bringen und wieder berichten. Ich glaube besonders die vegetarische/vegane Alternative für Omega 3 dürfte für viele interessant sein, die fehlt im Moment noch im Artikel.
      Liebe Grüße,
      Stefab

  4. Hallo Stefan,
    du schreibst das Omega 3 auf Platz 3 der Methoden ist die dir bei deiner Depression geholfen haben. Was hat bei dir am besten geholfen? Also was steht bei dir auf Platz 1 und 2. Ich leide seit meinem 16 Lebensjahr unter immer wiederkehrenden Depressionen und habe noch nicht das Richtige gefunden, damit es mir besser geht. Mittlerweile bin ich 25 Jahre alt und hoffe dass ich irgendwann etwas finde was mir hilft.
    Dein Blog ist echt super.
    Viele Grüße!

    • Hallo Maria,
      auf meiner persönlichen Liste der Dinge, die am besten geholfen haben, steht auf Platz 2: Basische Bäder. Ich habe auch einen Artikel darüber geschrieben: http://adieu-depression.de/basenbad-entsaeuerung-depression
      Lies Dir den Artikel mal durch, ob das vielleicht einen Versuch für Dich wert sein könnte. Ich vermute mal, dass die positive Wirkung, die ich damit hatte auf die entgiftende Wirkung der Basenbäder zurückzuführen ist. Bitte beachte aber auch die Sicherheitshinweise im Artikel und auf der Verpackung der Basensalze, falls Du das ausprobieren solltest, und spreche am besten auch mit Deinem Arzt darüber ob das ein Versuch für Dich wäre.
      Auf Platz 1 meiner persönlichen Hitliste gegen Depressionen steht etwas, über das ich in Kürze einen Artikel schreiben möchte. Bitte entschuldige, dass ich es Dir in diesem Kommentar noch nicht verraten kann, da ich kein Risiko eingehen möchte, dass jemand etwas ausprobiert ohne sich vorher gründlich darüber informiert zu haben. Ich verspreche Dir aber, dass ich den Artikel bald schreiben werde, auch wenn es wahrscheinlich ein sehr umfangreicher Artikel wird, um alle wichtigen Aspekte beleuchten zu können.
      Liebe Grüße
      Stefan

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